Lohnsteuerbescheinigung 2026 und Jahresmeldung: Fristen bis 1. März 2027 und was Arbeitgeber zum Jahreswechsel erledigen

Zum Jahreswechsel schließt jeder Arbeitgeber das Lohnkonto seiner Beschäftigten ab. Daraus entstehen zwei Pflichtmeldungen: die elektronische Lohnsteuerbescheinigung an das Finanzamt und die Jahresmeldung an die Sozialversicherung. In den meisten Restaurants und Hotels erledigt das die Kanzlei oder ein Lohnbüro. Damit das klappt, müssen im Dezember alle Angaben vollständig sein, besonders bei Aushilfen, Austritten und Sachbezügen.
Kurz gesagt: Die elektronische Lohnsteuerbescheinigung 2026 ist bis zum letzten Tag im Februar 2027 an das Finanzamt zu übermitteln. Weil der 28. Februar 2027 ein Sonntag ist, endet die Frist nach § 108 Absatz 3 AO am Montag, 1. März 2027. Die Jahresmeldung zur Sozialversicherung ist mit der ersten Abrechnung im neuen Jahr fällig, spätestens am 15. Februar 2027, die besondere Jahresmeldung zur Unfallversicherung am 16. Februar 2027. Für pauschal versteuerte Minijobber gibt es keine Lohnsteuerbescheinigung.
Die Fristen zum Jahreswechsel 2026/2027
| Was | Frist | Grundlage |
|---|---|---|
| Lohnsteuer-Anmeldung Dezember 2026 (Monatszahler) | 11. Januar 2027 (10. Januar ist ein Sonntag) | § 41a EStG, § 108 Absatz 3 AO |
| Jahresmeldung Sozialversicherung | mit der ersten Abrechnung 2027, spätestens 15. Februar 2027 | § 10 DEÜV |
| Jahresmeldung zur Unfallversicherung | 16. Februar 2027 | § 28a Absatz 2a SGB IV |
| elektronische Lohnsteuerbescheinigung 2026 | 1. März 2027 (28. Februar ist ein Sonntag) | § 41b EStG, § 93c AO, § 108 Absatz 3 AO |
| Ausdruck für Beschäftigte | binnen angemessener Frist | § 41b Absatz 1 Satz 3 EStG |
Die elektronische Lohnsteuerbescheinigung
Nach § 41b Absatz 1 EStG schließt der Arbeitgeber am Ende des Kalenderjahres oder bei Ende des Arbeitsverhältnisses das Lohnkonto ab und übermittelt die Daten elektronisch an das Finanzamt. Die Frist ergibt sich aus § 93c Absatz 1 Nummer 1 AO: bis zum letzten Tag des Monats Februar des Folgejahres. Fällt dieser Tag auf ein Wochenende, endet die Frist am nächsten Werktag.
Übermittelt werden unter anderem:
- Steuer-ID und Lohnsteuerabzugsmerkmale
- Dauer des Arbeitsverhältnisses im Jahr
- Bruttoarbeitslohn, einbehaltene Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer
- steuerfreie Leistungen wie Kurzarbeitergeld oder Zuschüsse zum Mutterschaftsgeld
- der Großbuchstabe M für Mahlzeiten nach § 8 Absatz 2 Satz 8 EStG, also vom Arbeitgeber gestellte Mahlzeiten bei beruflicher Auswärtstätigkeit
- Beiträge zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung
Das tägliche Personalessen im eigenen Betrieb fällt nicht unter den Großbuchstaben M. Es ist ein Sachbezug, der laufend in der Lohnabrechnung mit dem Sachbezugswert angesetzt wird und damit im Bruttoarbeitslohn steckt. Wie das funktioniert, steht im Beitrag Sachbezugswerte 2026.
Den Beschäftigten ist nach § 41b Absatz 1 Satz 3 EStG ein Ausdruck auszuhändigen oder elektronisch bereitzustellen. In der Praxis kommt er mit der Januar- oder Februarabrechnung.
Bekommen Minijobber eine Lohnsteuerbescheinigung?
Nur, wenn ihr Lohn nach Lohnsteuerabzugsmerkmalen versteuert wurde. Nach § 41b Absatz 6 EStG gilt die Bescheinigungspflicht nicht für Arbeitslohn, der nach §§ 40 bis 40b EStG pauschal besteuert wurde. Ein Minijob mit 2 Prozent Pauschsteuer taucht also auf keiner Lohnsteuerbescheinigung auf. Die Jahresmeldung zur Sozialversicherung an die Minijob-Zentrale ist dagegen auch für Minijobber zu erstatten. Mehr zum Minijob im Beitrag Minijob-Grenze 2027.
Die Jahresmeldung zur Sozialversicherung
Nach § 10 DEÜV ist für jeden Beschäftigten, der am 31. Dezember versicherungspflichtig beschäftigt ist, eine Jahresmeldung mit dem beitragspflichtigen Entgelt des Jahres abzugeben. Sie geht mit der ersten Lohnabrechnung im neuen Jahr raus, spätestens am 15. Februar. Die Jahresmeldung entfällt, wenn zum 31. Dezember ohnehin eine andere Meldung fällig ist, etwa eine Abmeldung. Zusätzlich verlangt § 28a Absatz 2a SGB IV eine besondere Jahresmeldung zur Unfallversicherung bis zum 16. Februar des Folgejahres, mit dem in der Unfallversicherung beitragspflichtigen Entgelt.
Muss ich als Arbeitgeber einen Lohnsteuer-Jahresausgleich machen?
Nach § 42b Absatz 1 EStG sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, wenn sie am 31. Dezember mindestens zehn Arbeitnehmer beschäftigen. Kleinere Betriebe dürfen ihn durchführen, müssen aber nicht. Der Jahresausgleich korrigiert zu viel einbehaltene Lohnsteuer, etwa bei schwankendem Lohn in der Saison. Ihr Lohnbüro weiß, ob er für Ihren Betrieb eingerichtet ist.
Was passiert, wenn die Lohnsteuerbescheinigung zu spät kommt?
Übermittelt der Arbeitgeber die Daten nicht rechtzeitig, kann das Betriebsstättenfinanzamt nach § 93c Absatz 4 AO prüfen, ob die Übermittlungspflichten erfüllt wurden, und die Einkommensteuerbescheide der Beschäftigten verzögern sich, weil die Daten fehlen. Das verärgert Mitarbeitende, die auf eine Erstattung warten. Planen Sie deshalb mit Ende Januar und nicht mit dem letzten Tag.
Was muss ich korrigieren, wenn ein Fehler in der Lohnsteuerbescheinigung steht?
Eine bereits übermittelte Bescheinigung kann der Arbeitgeber korrigieren oder stornieren, solange die Daten noch für die Steuerfestsetzung von Bedeutung sind. Die Korrektur übernimmt das Lohnprogramm Ihrer Kanzlei. Wichtig ist, dass Sie Fehler wie eine falsche Steuer-ID oder ein falsches Austrittsdatum schnell melden.
Checkliste für Dezember 2026
- Ein- und Austritte des Jahres vollständig an die Lohnabrechnung gemeldet?
- Steuer-ID und Sozialversicherungsnummer für alle Beschäftigten vorhanden, siehe Personalfragebogen?
- Sachbezüge erfasst: Personalessen, Warengutscheine, Weihnachtsgeschenke an Mitarbeiter, siehe Weihnachtsgeschenke 2026 und Weihnachtsfeier 2026?
- Zuschläge für Sonntag, Feiertag und Nacht mit Stundennachweis, siehe SFN-Zuschläge?
- Stundenzettel aller Minijobber für Dezember vollständig, siehe Stundenzettel?
- Löhne ab Januar 2027 an den neuen Mindestlohn von 14,60 Euro angepasst, siehe Mindestlohn 2027?
Was Kontevia dabei übernimmt
Kontevia startet in Deutschland mit ersten Pilotbetrieben. Kontevia macht keine Lohnabrechnung und übermittelt keine Lohnsteuerbescheinigungen. Kontevia kümmert sich um die Belege, die Ihre Kanzlei für die Finanzbuchhaltung braucht: Rechnungen, Bons und Quittungen per Foto oder E-Mail, ausgelesen und mit Buchungsvorschlag übergeben. So bleibt im Januar mehr Zeit für den Lohnabschluss. Mehr unter Kontevia für Steuerkanzleien, Funktionen und Preise.
Quellen
- § 41b EStG: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__41b.html
- § 93c AO: https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__93c.html
- § 108 AO: https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__108.html
- § 42b EStG: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__42b.html
- § 41a EStG: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__41a.html
- § 10 DEÜV: https://www.gesetze-im-internet.de/de_v/__10.html
- § 28a SGB IV: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__28a.html
Stand: 13. Oktober 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche Beratung.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- § 41b EStG Abschluss des Lohnsteuerabzugs, gesetze-im-internet.de
- § 93c AO Datenübermittlung durch Dritte, gesetze-im-internet.de
- § 108 AO Fristen und Termine, gesetze-im-internet.de
- § 42b EStG Lohnsteuer-Jahresausgleich durch den Arbeitgeber, gesetze-im-internet.de
- § 41a EStG Anmeldung und Abführung der Lohnsteuer, gesetze-im-internet.de
- § 10 DEÜV Jahresmeldung, gesetze-im-internet.de
- § 28a SGB IV Meldepflicht (Absatz 2a, Jahresmeldung zur Unfallversicherung), gesetze-im-internet.de
- Finanzverwaltung NRW: Merkblatt zur ElsterLohn-Bescheinigung 2025
Keine Lust auf Papierkram?
Testen Sie Kontevia: Belege per WhatsApp, fertig für den Steuerberater. Kassenbon fotografieren, senden, erledigt. Die ersten Betriebe starten kostenlos und mit persönlicher Einrichtung.
Nützliche Rechner und Seiten
Vorlagen zum Herunterladen
Weitere Artikel

Mindestlohn 2027: 14,60 Euro ab 1. Januar, was Restaurants und Hotels jetzt umstellen müssen
Mindestlohn 2027 beträgt 14,60 Euro brutto je Stunde (Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung). Was das für Monatslohn, Minijob, Arbeitszeitaufzeichnung und Trinkgeld in Gastronomie und Hotel bedeutet.

Minijob-Grenze 2027: 633 Euro im Monat, 43 Stunden und was Arbeitgeber in Gastronomie und Hotel prüfen müssen
Minijob 2027: Verdienstgrenze 633 Euro monatlich und 7.596 Euro im Jahr, gekoppelt an den Mindestlohn von 14,60 Euro. Stunden, Übergangsbereich bis 2.000 Euro, Pauschalabgaben und die geplante Pauschsteuer von 5 Prozent.

Grundfreibetrag 2027: 12.564 Euro geplant, was beschlossen ist und was nur im Entwurf steht
Grundfreibetrag 2026 beträgt 12.348 Euro. Für 2027 plant die Bundesregierung 12.564 Euro, für 2028 12.900 Euro. Stand des Einkommensteuerreformgesetzes 2027 und was es für Wirte, Hoteliers und ihre Beschäftigten bedeutet.