Buchungssatz: Soll an Haben mit Beispielen aus SKR03 und SKR04 2026
Buchungssatz: Ein Buchungssatz ist die formale Anweisung, welches Konto im Soll und welches im Haben mit welchem Betrag bebucht wird. Er lautet immer Soll an Haben und bildet einen Geschäftsvorfall in der doppelten Buchführung ab.
Ein Buchungssatz ist die formale Anweisung, welches Konto im Soll und welches im Haben mit welchem Betrag bebucht wird. Er lautet immer Soll an Haben und bildet einen Geschäftsvorfall in der doppelten Buchführung ab.
Was ist ein Buchungssatz?
Jeder Geschäftsvorfall verändert mindestens zwei Konten. Der Buchungssatz hält fest, welche das sind: Zuerst steht das Konto, das im Soll angesprochen wird, dann das Wort "an", dann das Konto im Haben. "Kasse an Erlöse 119,00 Euro" heißt: Die Kasse nimmt 119,00 Euro auf (Soll), die Erlöse geben den Gegenwert (Haben). Die Summe aller Sollbuchungen muss der Summe aller Habenbuchungen entsprechen. Das ist der Kern der doppelten Buchführung, zu der Kaufleute nach § 238 HGB verpflichtet sind.
Ein einfacher Buchungssatz berührt zwei Konten, ein zusammengesetzter drei oder mehr, etwa wenn eine Rechnung Wareneingang, Vorsteuer und Verbindlichkeit zugleich verändert.
Grundlage jeder Buchung ist ein Beleg. § 146 Absatz 1 AO verlangt vollständige, richtige, zeitgerechte und geordnete Buchungen, und die GoBD setzen voraus, dass sich jede Buchung bis zum Beleg zurückverfolgen lässt. Fehlt ein Fremdbeleg, ersetzt ihn ein Eigenbeleg. Ohne Beleg keine Buchung.
Bestandskonten und Erfolgskonten
Welche Seite eines Kontos "mehr" bedeutet, hängt von der Kontenart ab. An dieser Stelle entstehen die meisten Fehler.
| Kontenart | Beispiele | Zugang | Abgang | Abschluss über |
|---|---|---|---|---|
| Aktive Bestandskonten | Kasse, Bank, Forderungen, Vorsteuer | Soll | Haben | Bilanz |
| Passive Bestandskonten | Verbindlichkeiten, Umsatzsteuer, Darlehen, Eigenkapital | Haben | Soll | Bilanz |
| Aufwandskonten | Wareneingang, Miete, Bewirtung, Personal | Soll | Haben | Gewinn- und Verlustrechnung |
| Ertragskonten | Erlöse 7 Prozent, Erlöse 19 Prozent, sonstige Erträge | Haben | Soll | Gewinn- und Verlustrechnung |
Bestandskonten zeigen, was das Unternehmen hat und schuldet, und werden mit dem Anfangsbestand ins neue Jahr fortgeführt. Erfolgskonten sammeln Aufwand und Ertrag eines Jahres und starten jedes Jahr bei null. Die Vorsteuer ist eine Forderung gegen das Finanzamt und damit aktiv, die Umsatzsteuer eine Verbindlichkeit und damit passiv.
Konten im SKR03 und SKR04
Welche Nummer ein Konto trägt, legt der Kontenrahmen fest. In Deutschland dominieren die DATEV-Standardkontenrahmen SKR03 (Prozessgliederung) und SKR04 (Abschlussgliederung). Die Konten in diesem Beitrag entsprechen den von DATEV veröffentlichten Rahmen mit Gültigkeit für 2026.
| Konto | SKR03 | SKR04 |
|---|---|---|
| Kasse | 1000 | 1600 |
| Bank | 1200 | 1800 |
| Abziehbare Vorsteuer 7 Prozent | 1571 | 1401 |
| Abziehbare Vorsteuer 19 Prozent | 1576 | 1406 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1600 | 3300 |
| Umsatzsteuer 7 Prozent | 1771 | 3801 |
| Umsatzsteuer 19 Prozent | 1776 | 3806 |
| Wareneingang 7 Prozent Vorsteuer | 3300 | 5300 |
| Wareneingang 19 Prozent Vorsteuer | 3400 | 5400 |
| Miete (unbewegliche Wirtschaftsgüter) | 4210 | 6310 |
| Bewirtungskosten | 4650 | 6640 |
| Nicht abzugsfähige Bewirtungskosten | 4654 | 6644 |
| Erlöse 7 Prozent USt | 8300 | 4300 |
| Erlöse 19 Prozent USt | 8400 | 4400 |
Vorsicht bei der Nummer 3300: Im SKR03 ist das der Wareneingang mit 7 Prozent Vorsteuer, im SKR04 sind es Verbindlichkeiten. Wer Belege für eine Kanzlei vorbereitet, muss wissen, mit welchem Rahmen sie arbeitet.
Wareneingangs- und Erlöskonten sind in DATEV-Programmen Automatikkonten: Das Programm rechnet die Steuer aus dem Bruttobetrag heraus und bucht sie auf das Steuerkonto. In den Beispielen ist die Steuer trotzdem ausgewiesen, damit der vollständige Buchungssatz sichtbar wird.
Buchungssätze für typische Belege in Gastronomie und Hotel
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in der Gastronomie dauerhaft der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent auf Speisen, Getränke bleiben bei 19 Prozent. Fast jeder Beleg enthält deshalb zwei Steuersätze. Die Beträge sind Beispiele, Soll steht vor "an", Haben danach.
| Geschäftsvorfall | SKR03 | SKR04 |
|---|---|---|
| Wareneinkauf Speisen vom Großmarkt, 214,00 Euro brutto, 7 Prozent, auf Rechnung | 3300 (200,00) und 1571 (14,00) an 1600 (214,00) | 5300 (200,00) und 1401 (14,00) an 3300 (214,00) |
| Getränkeeinkauf, 595,00 Euro brutto, 19 Prozent, auf Rechnung | 3400 (500,00) und 1576 (95,00) an 1600 (595,00) | 5400 (500,00) und 1406 (95,00) an 3300 (595,00) |
| Bewirtung von zwei Kunden, Speisen 85,60 Euro brutto zu 7 Prozent und Getränke 23,80 Euro brutto zu 19 Prozent, bar bezahlt | 4650 (70,00), 4654 (30,00), 1571 (5,60) und 1576 (3,80) an 1000 (109,40) | 6640 (70,00), 6644 (30,00), 1401 (5,60) und 1406 (3,80) an 1600 (109,40) |
| Tageseinnahmen laut Kassenbericht, Speisen 1 070,00 Euro brutto und Getränke 595,00 Euro brutto | 1000 (1 665,00) an 8300 (1 000,00), 1771 (70,00), 8400 (500,00) und 1776 (95,00) | 1600 (1 665,00) an 4300 (1 000,00), 3801 (70,00), 4400 (500,00) und 3806 (95,00) |
| Miete für das Ladenlokal, 2 000,00 Euro, Vermieter ohne Umsatzsteuer, per Überweisung | 4210 (2 000,00) an 1200 (2 000,00) | 6310 (2 000,00) an 1800 (2 000,00) |
| Kleinbetragsrechnung: Getränke im Supermarkt nachgekauft, 59,50 Euro brutto, Bon mit Angabe "19 %" | 3400 (50,00) und 1576 (9,50) an 1000 (59,50) | 5400 (50,00) und 1406 (9,50) an 1600 (59,50) |
Drei Punkte zu den Beispielen:
- Bewirtung. Nach § 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 2 EStG sind geschäftliche Bewirtungskosten nur zu 70 Prozent abziehbar, nach § 4 Absatz 7 EStG müssen sie getrennt aufgezeichnet werden. Deshalb zwei Konten für den Nettobetrag. Die Vorsteuer ist nach § 15 Absatz 1a UStG trotzdem vollständig abziehbar, Voraussetzung ist ein vollständiger Bewirtungsbeleg. Den Split rechnet der Bewirtungskostenrechner vor.
- Miete. Ohne Option des Vermieters zur Umsatzsteuer enthält die Miete keine Vorsteuer. Weist er Umsatzsteuer aus, kommt die Vorsteuer auf 1576 beziehungsweise 1406 hinzu.
- Kleinbetragsrechnung. Bis 250 Euro brutto genügt nach § 33 UStDV ein Beleg mit Name und Anschrift des Verkäufers, Datum, Menge und Art der Ware, Bruttobetrag und Steuersatz. Die Vorsteuer wird herausgerechnet: 59,50 Euro geteilt durch 1,19 ergibt 50,00 Euro netto. Fehlt der Steuersatz auf dem Bon, gibt es keinen Vorsteuerabzug, mehr dazu unter Kleinbetragsrechnung.
Buchungsvorschlag ist keine Buchung
Wer Belege digital erfasst, sieht in vielen Programmen schon ein Konto neben dem Beleg. Das ist ein Buchungsvorschlag: eine Vorbereitung, die aus Lieferant, Betrag und Steuersatz einen wahrscheinlichen Buchungssatz ableitet. Eine Buchung wird daraus erst, wenn jemand sie prüft und in das Journal der Finanzbuchhaltung übernimmt. In Betrieben mit Steuerberater ist das die Kanzlei: Sie entscheidet über Konto, Steuerschlüssel, Periode und Abgrenzung und trägt die Verantwortung für die Ordnungsmäßigkeit nach § 239 HGB und § 146 AO.
Kontevia erstellt Buchungsvorschläge, bucht aber nicht. Nur die Kanzlei kennt den individuellen Kontenplan des Mandanten, und die Kontierung ist Teil der steuerlichen Hilfeleistung, die nach dem Steuerberatungsgesetz befugten Personen vorbehalten ist. Ein Vorschlag spart der Kanzlei die Erfassung, ersetzt aber nicht ihre Prüfung.
Was Kontevia dabei übernimmt
Kontevia liest Lieferant, Datum, Betrag und Steuersätze aus dem Beleg aus, trennt Positionen mit 7 und 19 Prozent und bereitet daraus einen Buchungsvorschlag nach SKR03 oder SKR04 vor, je nachdem, mit welchem Rahmen die Kanzlei arbeitet. Bei Bewirtungsbelegen wird die 70/30-Aufteilung vorbereitet, bei Kleinbetragsrechnungen die Vorsteuer aus dem Bruttobetrag herausgerechnet. Beleg und Vorschlag übergibt Kontevia an den Steuerberater, der die Buchung prüft und übernimmt.
Wie lautet die Grundregel für einen Buchungssatz?
Soll an Haben. Zuerst wird das Konto genannt, das im Soll gebucht wird, dann das Konto im Haben, dazu der Betrag. Die Summe der Sollbuchungen muss immer der Summe der Habenbuchungen entsprechen.
Was ist der Unterschied zwischen Bestandskonten und Erfolgskonten?
Bestandskonten zeigen Vermögen und Schulden und werden über die Bilanz abgeschlossen, zum Beispiel Kasse, Bank oder Verbindlichkeiten. Erfolgskonten sammeln Aufwand und Ertrag eines Jahres und werden über die Gewinn- und Verlustrechnung abgeschlossen, zum Beispiel Wareneingang oder Erlöse.
Wie lautet der Buchungssatz für einen Wareneinkauf mit 7 Prozent?
Im SKR03: 3300 Wareneingang 7 Prozent Vorsteuer und 1571 abziehbare Vorsteuer 7 Prozent an 1600 Verbindlichkeiten oder 1200 Bank. Im SKR04: 5300 Wareneingang 7 Prozent und 1401 Vorsteuer 7 Prozent an 3300 Verbindlichkeiten oder 1800 Bank.
Wie wird eine Bewirtung gebucht?
Der Nettobetrag wird zu 70 Prozent auf Bewirtungskosten (SKR03 4650, SKR04 6640) und zu 30 Prozent auf nicht abzugsfähige Bewirtungskosten (SKR03 4654, SKR04 6644) gebucht. Die Vorsteuer ist zu 100 Prozent abziehbar und geht je nach Steuersatz auf 1571 oder 1576 beziehungsweise 1401 oder 1406.
Wie werden Tageseinnahmen mit 7 und 19 Prozent gebucht?
Die Kasse (SKR03 1000, SKR04 1600) wird im Soll mit dem Gesamtbetrag gebucht. Im Haben stehen die Erlöse 7 Prozent (8300 oder 4300) mit der Umsatzsteuer 7 Prozent (1771 oder 3801) und die Erlöse 19 Prozent (8400 oder 4400) mit der Umsatzsteuer 19 Prozent (1776 oder 3806).
Warum ist ein Buchungsvorschlag keine Buchung?
Ein Buchungsvorschlag ist eine vorbereitete Zuordnung von Konto und Steuersatz, die aus dem Beleg abgeleitet wurde. Zur Buchung wird er erst, wenn der Steuerberater ihn prüft und in die Finanzbuchhaltung übernimmt. Er entscheidet über Konto, Steuerschlüssel und Periode.
Verwandte Seiten
Quellen und Rechtsgrundlagen
- § 238 HGB Buchführungspflicht, gesetze-im-internet.de
- § 239 HGB Führung der Handelsbücher, gesetze-im-internet.de
- § 146 AO Ordnungsvorschriften für die Buchführung und für Aufzeichnungen, gesetze-im-internet.de
- § 4 EStG (Absatz 5 Satz 1 Nummer 2 und Absatz 7, Bewirtungsaufwendungen), gesetze-im-internet.de
- § 15 UStG Vorsteuerabzug, gesetze-im-internet.de
- § 33 UStDV Rechnungen über Kleinbeträge, gesetze-im-internet.de
- DATEV: Standardkontenrahmen SKR 03, Prozessgliederungsprinzip, gültig für 2026 (PDF)
- DATEV: Standardkontenrahmen SKR 04, Abschlussgliederungsprinzip, gültig für 2026 (PDF)
- DATEV-Shop: Kontenrahmen DATEV SKR 03, Art.-Nr. 11174, Stand Januar 2026
- DATEV-Shop: Kontenrahmen DATEV SKR 04, Art.-Nr. 11175, Stand Januar 2026
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