SKR03: Kontenrahmen, Aufbau, wichtige Konten und Unterschied zu SKR04
SKR03: SKR03 ist ein Standardkontenrahmen der DATEV nach dem Prozessgliederungsprinzip: Die Konten folgen dem betrieblichen Ablauf von Anlagen und Kapital über Finanzkonten, Wareneingang und Aufwand bis zu den Erlösen. Er ist bei kleinen und mittleren Betrieben in Deutschland weit verbreitet.
SKR03 ist ein Standardkontenrahmen der DATEV nach dem Prozessgliederungsprinzip: Die Konten folgen dem betrieblichen Ablauf von Anlagen und Kapital über Finanzkonten, Wareneingang und Aufwand bis zu den Erlösen. Er ist bei kleinen und mittleren Betrieben in Deutschland weit verbreitet.
Herkunft und Verbreitung
SKR steht für Standardkontenrahmen. Die DATEV eG in Nürnberg gibt ihn jährlich neu heraus, die aktuelle Fassung trägt den Stand Januar 2026. Der Kontenrahmen ist kein Gesetz: Das HGB verlangt eine ordnungsmäßige, nachvollziehbare Buchführung, schreibt aber keine Kontonummern vor. Weil die meisten Steuerkanzleien mit DATEV arbeiten, ist der SKR03 für Einzelunternehmen, Gastronomen, Handwerker und kleine GmbHs der faktische Standard. Die Kanzlei legt ihn beim Anlegen des Mandanten fest. Für Branchen wie Ärzte, Apotheken oder Bau und Handwerk gibt es Spezialkontenrahmen auf SKR03-Basis; Hotels und Restaurants arbeiten meist mit dem allgemeinen SKR03 und einigen individuell beschrifteten Konten.
Das Prozessgliederungsprinzip
Der SKR03 ordnet die Konten nach dem Weg, den ein Geschäftsvorfall im Betrieb nimmt: Zuerst wird Kapital beschafft und in Anlagen investiert (Klasse 0), dann fließt Geld über Kasse und Bank (Klasse 1), Waren werden eingekauft (Klasse 3), Aufwand entsteht (Klasse 4), Erzeugnisse werden hergestellt (Klasse 7) und verkauft (Klasse 8). Die Gliederung folgt also dem Prozess, nicht der Bilanz. Das ist der entscheidende Unterschied zum SKR04, der nach dem Abschlussgliederungsprinzip aufgebaut ist und die Reihenfolge von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung abbildet.
Kontenklassen 0 bis 9
| Klasse | Bezeichnung | Beispiele |
|---|---|---|
| 0 | Anlage- und Kapitalkonten | 0420 Büroeinrichtung, 0480 Geringwertige Wirtschaftsgüter, 0650 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
| 1 | Finanz- und Privatkonten | 1000 Kasse, 1200 Bank, 1400 Forderungen, 1571 und 1576 Vorsteuer, 1771 und 1776 Umsatzsteuer, 1800 Privatentnahmen |
| 2 | Abgrenzungskonten | 2100 Zinsaufwendungen, 2650 Zinserträge, 2700 sonstige neutrale Erträge |
| 3 | Wareneingangs- und Bestandskonten | 3100 Fremdleistungen, 3300 Wareneingang 7 Prozent, 3400 Wareneingang 19 Prozent |
| 4 | Betriebliche Aufwendungen | 4120 Gehälter, 4210 Miete, 4650 Bewirtung, 4930 Bürobedarf |
| 5 und 6 | Frei, nicht belegt | Für eigene Konten des Betriebs nutzbar |
| 7 | Bestände an Erzeugnissen | Unfertige und fertige Erzeugnisse |
| 8 | Erlöskonten | 8300 Erlöse 7 Prozent, 8400 Erlöse 19 Prozent |
| 9 | Vortrags- und statistische Konten | Saldenvorträge, 9288 Mahngebühren bei Debitoren (EÜR) |
Die Nummern sind vierstellig: Klasse, Kontengruppe, Untergruppe, Einzelkonto. Viele Konten sind mit Funktionen belegt: Buchen Sie auf 3400, zieht das Programm automatisch 19 Prozent Vorsteuer und bucht sie auf 1576.
Die 25 wichtigsten Konten für kleine Betriebe und Gastronomie
Bezeichnungen nach DATEV, Stand Januar 2026. Abweichungen in Ihrem Kontenplan sind möglich, weil Kanzleien einzelne Konten umbeschriften.
| Konto | Bezeichnung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| 0420 | Büroeinrichtung | Schreibtisch, Regale, Kasse als Anlagegut |
| 0480 | Geringwertige Wirtschaftsgüter | Anschaffungen bis 800 Euro netto |
| 1000 | Kasse | Bargeld, Kassenbuch, Tagesabschluss |
| 1200 | Bank | Geschäftskonto |
| 1400 | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Offene Ausgangsrechnungen |
| 1571 | Abziehbare Vorsteuer 7 Prozent | Lebensmittel, Bücher, Speisenlieferungen |
| 1576 | Abziehbare Vorsteuer 19 Prozent | Getränke, Dienstleistungen, Geräte |
| 1600 | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | Offene Eingangsrechnungen |
| 1771 | Umsatzsteuer 7 Prozent | Steuer auf Speisenumsätze |
| 1776 | Umsatzsteuer 19 Prozent | Steuer auf Getränke und Regelumsätze |
| 1800 | Privatentnahmen allgemein | Geld oder Waren für den Unternehmer privat |
| 1890 | Privateinlagen | Privates Geld fließt in den Betrieb |
| 3100 | Fremdleistungen | Subunternehmer, Aushilfen auf Rechnung |
| 3300 | Wareneingang 7 Prozent Vorsteuer | Lebensmittel vom Großmarkt |
| 3400 | Wareneingang 19 Prozent Vorsteuer | Getränke, Alkohol, Non-Food |
| 4120 | Gehälter | Festangestellte |
| 4130 | Gesetzliche soziale Aufwendungen | Arbeitgeberanteile Sozialversicherung |
| 4210 | Miete (unbewegliche Wirtschaftsgüter) | Ladenlokal, Büro, Lager |
| 4240 | Gas, Strom, Wasser | Energiekosten der Betriebsräume |
| 4650 | Bewirtungskosten | Abziehbarer Anteil von 70 Prozent |
| 4654 | Nicht abzugsfähige Bewirtungskosten | Nicht abziehbarer Anteil von 30 Prozent |
| 4930 | Bürobedarf | Papier, Toner, Kleinmaterial |
| 4970 | Nebenkosten des Geldverkehrs | Kontoführung, Kartengebühren |
| 8300 | Erlöse 7 Prozent USt | Speisen im Restaurant, Lieferung, Imbiss |
| 8400 | Erlöse 19 Prozent USt | Getränke, Regelumsätze |
Für die Gastronomie sind seit dem 1. Januar 2026 zwei Steuersätze auf fast jedem Beleg der Normalfall: Speisen mit 7 Prozent nach § 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG, Getränke mit 19 Prozent. Eine Großmarktrechnung wird deshalb auf 3300 und 3400 aufgeteilt, die Tageseinnahmen auf 8300 und 8400. Was dabei auf den Beleg gehört, erklärt die Vorsteuer.
Bewirtung, Trinkgeld und Mahngebühren im SKR03
Diese drei Fälle werden am häufigsten gesucht, weil der Kontenrahmen sie nicht auf den ersten Blick beantwortet.
Bewirtung. Geschäftliche Bewirtungskosten sind nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG nur zu 70 Prozent abziehbar. Der Nettobetrag wird auf 4650 (70 Prozent) und 4654 (30 Prozent) aufgeteilt, die Vorsteuer geht zu 100 Prozent auf 1576 oder 1571. Voraussetzung ist ein vollständiger Bewirtungsbeleg mit Anlass und Teilnehmern. Eine Bewirtung nur für eigene Mitarbeiter ist zu 100 Prozent abziehbar und gehört nicht auf 4650. Die Aufteilung rechnet der Bewirtungskostenrechner vor.
Trinkgeld. Trinkgeld bei einer Geschäftsbewirtung zählt zu den Bewirtungskosten und wird ebenfalls 70/30 auf 4650 und 4654 verteilt, ohne Vorsteuer, weil keine Rechnung vorliegt. Der Betrag muss nachweisbar sein, etwa als Vermerk auf der Restaurantrechnung oder als Eigenbeleg. Ein eigenes Konto "Trinkgeld" gibt es im SKR03 nicht.
Mahngebühren. Mahngebühren, die Sie von säumigen Kunden erhalten, sind echter Schadenersatz ohne Umsatzsteuer und werden als sonstiger Ertrag erfasst, im SKR03 etwa auf 2700; für die Einnahmenüberschussrechnung gibt es das statistische Konto 9288. Mahngebühren, die Sie selbst an Lieferanten zahlen, haben kein eigenes Konto, üblich sind 4970 Nebenkosten des Geldverkehrs oder 2100 Zinsen und ähnliche Aufwendungen. Säumniszuschläge zur Umsatzsteuer sind abziehbar und gehören auf 4396 (steuerlich abzugsfähige Verspätungszuschläge und Zwangsgelder), manche Kanzleien nutzen 2103 (abzugsfähige andere Nebenleistungen zu Steuern). Maßgeblich ist der Kontenplan Ihrer Kanzlei.
SKR03 als PDF
Den vollständigen Kontenrahmen stellt die DATEV im Shop als PDF kostenfrei zum Download bereit, gedruckt als DIN-A4-Heft oder Taschenbuch. Am Ende sind die Steuerschlüssel und Berichtigungsschlüssel erklärt. Die Änderungen gegenüber dem Vorjahr veröffentlicht die DATEV in einem Hilfe-Dokument, in den Programmen zeigt sie der Kontenplan-Jahresvergleich.
Unterschied zu SKR04 und Wechsel
| Merkmal | SKR03 | SKR04 |
|---|---|---|
| Gliederung | Prozessgliederungsprinzip | Abschlussgliederungsprinzip (Bilanz, dann GuV) |
| Kasse und Bank | 1000 und 1200 | 1600 und 1800 |
| Wareneingang 7 und 19 Prozent | 3300 und 3400 | 5300 und 5400 |
| Bewirtung | 4650 und 4654 | 6640 und 6644 |
| Erlöse 7 und 19 Prozent | 8300 und 8400 | 4300 und 4400 |
| Verbreitung | Kleine und mittlere Betriebe, Gastronomie, Handwerk | Kapitalgesellschaften, Unternehmen mit E-Bilanz-Fokus |
Beide Kontenrahmen führen zum selben Jahresabschluss, nur die Nummern unterscheiden sich. Ein Wechsel zum SKR04 ist nur zum Jahreswechsel sinnvoll, etwa wenn die Kanzlei ihre Mandate vereinheitlicht. Die DATEV-Programme bieten dafür eine Umsetzungstabelle, Vorjahresvergleiche werden aber unübersichtlich.
Was Kontevia dabei übernimmt
Kontevia liest Ihre Belege aus, erkennt Lieferant, Betrag und Steuersätze und schlägt das passende Konto nach dem Kontenrahmen Ihrer Kanzlei vor, SKR03 oder SKR04. Großmarktrechnungen mit 7 und 19 Prozent werden aufgeteilt, Bewirtungsbelege auf fehlende Angaben geprüft. Den Buchungsvorschlag mit Beleg übergibt Kontevia an den Steuerberater, die Wege dafür zeigen die Integrationen.
Was ist der Unterschied zwischen SKR03 und SKR04?
Der SKR03 gliedert nach dem betrieblichen Prozess, der SKR04 nach dem Aufbau von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Beide führen zum selben Abschluss, nur die Kontonummern unterscheiden sich, etwa Kasse 1000 statt 1600 oder Bewirtung 4650 statt 6640.
Wo bekomme ich den SKR03 als PDF?
Die DATEV stellt den aktuellen Kontenrahmen SKR03 mit Stand Januar 2026 im DATEV-Shop als PDF zum kostenfreien Download bereit, gedruckt als DIN-A4-Heft oder Taschenbuch.
Auf welches Konto buche ich Bewirtung im SKR03?
Den Nettobetrag zu 70 Prozent auf 4650 Bewirtungskosten und zu 30 Prozent auf 4654 nicht abzugsfähige Bewirtungskosten. Die Vorsteuer ist zu 100 Prozent abziehbar und geht auf 1576. Voraussetzung ist ein vollständiger Bewirtungsbeleg.
Wie buche ich Trinkgeld im SKR03?
Trinkgeld bei einer Geschäftsbewirtung zählt zu den Bewirtungskosten und wird wie diese 70/30 auf 4650 und 4654 verteilt, ohne Vorsteuer. Es muss nachweisbar sein, etwa durch einen Vermerk auf der Rechnung oder einen Eigenbeleg.
Wohin gehören Mahngebühren im SKR03?
Erhaltene Mahngebühren sind Schadenersatz ohne Umsatzsteuer und werden als sonstiger Ertrag gebucht, etwa auf 2700. Gezahlte Mahngebühren an Lieferanten buchen Kanzleien meist auf 4970 oder 2100. Säumniszuschläge zur Umsatzsteuer gehören auf 4396.
Welche Kontenklassen hat der SKR03?
Zehn Klassen von 0 bis 9: Anlage- und Kapitalkonten, Finanz- und Privatkonten, Abgrenzungskonten, Wareneingang und Bestände, betriebliche Aufwendungen, die freien Klassen 5 und 6, Erzeugnisbestände, Erlöse sowie Vortrags- und statistische Konten.
Muss ich den SKR03 verwenden?
Nein. Das Gesetz schreibt keinen Kontenrahmen vor. Der SKR03 ist ein Standard der DATEV, den die meisten Kanzleien für kleine und mittlere Betriebe einsetzen. Welchen Rahmen Sie nutzen, legt in der Regel Ihre Steuerkanzlei beim Anlegen des Mandats fest.
Verwandte Seiten
Quellen und Rechtsgrundlagen
- DATEV: Kontenrahmen DATEV SKR 03, Stand Januar 2026 (Art.-Nr. 11174, PDF kostenfrei)
- DATEV: Standardkontenrahmen 2026 und Kontenrahmenänderungen 2025/2026
- Steuerschröder: Kontenrahmen SKR03 nach dem Prozessgliederungsprinzip, Rechtsstand 30. Juni 2026
- Haufe: Bewirtungskosten, Konten 4650 und 4654, Trinkgeld 70/30
- OnlineBilanz: Säumniszuschlag buchen, Konten 4396 (SKR03) und 6436 (SKR04), Stand 29. Juli 2026
- § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG, Bewirtungsaufwendungen 70 Prozent, gesetze-im-internet.de
- § 15 UStG Vorsteuerabzug, gesetze-im-internet.de
- § 12 UStG Steuersätze (Abs. 2 Nr. 15, Speisen 7 Prozent), gesetze-im-internet.de
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